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Niklas Schaab
Referenzen und Arbeitsproben
Artikel für www.sueddeutsche.de:
De-Phazz: Pop tanzt den Jazz
Klassische Bühne, klassische Beleuchtung,
Sponsor Martini. Das hat Style. Erwartungsvoll stehen 18-jährige
Teenager und Pärchen in den 20ern zwischen tapferen Junggebliebenen
bei den ersten Versuchen, ihre Glatzen zu verstecken. Dazwischen
einzelne dieser zum-wahnsinnig-werden-dezent-modisch gekleideten
Musikfanatiker, die jederzeit einen interessanten Abend garantieren.
Und sie alle werden nicht enttäuscht.
Als die acht De-Phazz-Musiker die Bühne
besetzen geht es gleich mit dem Groove los, der bis zur letzten
Zugabe nicht mehr aufhört. Wenn bei früheren Auftritten
vieles von Band kam, ist Dank Tonarchitekt Pit Baumgartner bei diesem
Auftritt nahezu alles live eingespielt. So musste kein Song ohne
die typischen klangmalerischen Töne und Effekte auskommen,
die für De-Phazz so typisch sind.
Genauso typisch sind die harmonisch eingebundenen
Bläserpassagen, die auch live perfekt zu den elektronischen
Klängen von Keyboards und Soundeffektgeräten passen. Aber
viel stärker als auf den Tonträgern treten bei den Lifeauftritten
die Gesangspassagen in den Vordergrund.
Sänger Pat Appleton setzt seine Stimme
unglaublich vielseitig ein, mal erinnert er an alte James Bond-Filme,
mal an Prince, mal an Reggae, dann setzt er seine Stimme in einer
Mischung aus klassischer Jazz-Manier und Hip Hop als Musikinstrument
ein. Im Gegensatz dazu ist Sängerin Barbara Lahr relativ streng
auf Chanson, Soul- und Jazzgesang festgelegt, den sie auf der Bühne
mit verführerischen Blicken und Bewegungen untermalt.
De-Phazz spielten in der Muffathalle vor allem
Songs von der neuen CD Daily Lama, der zweiten vom neuen
Label Universal. Das blieb nicht ohne Einfluss: Viele Songs sind
sehr popig, teilweise sogar kitschig geworden. Aber beim Live-Auftritt
gleicht die Band alles durch Begeisterung und Bühnenpräsenz
aus; insbesondere die kraftvolle, ausdrucksstarke Performance von
Pat Appleton verdient Erwähnung. Sie sorgte dafür, dass
man sich nicht nach einem Stuhl und einem Tisch mit Weinglas sehnte,
sondern die ganzen eindreiviertel Stunden im Rhythmus mitwippte.
Das ging mit dem popigen Style los, das für den ganzen Abend
Programm zu sein schien, und fand in Preachin to the choir
seinen mitreißenden Höhepunkt. Und die auf der CD oft
zu gefällig daherplätschernden Sounds und Bläserpassagen
entwickeln live problemlos den Druck und die Bissigkeit, die Fans
von den älteren Veröffentlichungen kennen und schätzen.
München ist unsere Lieblingsstadt!
Das begeisterte Publikum war geneigt es zu glauben. Entsprechend
ohrenbetäubend waren die Begeisterungsstürme beim Konzert,
und nach zwei Zugaben gehen sowohl die Fans als auch De-Phazz glücklich
und zufrieden nach Hause. Bis zum nächsten Mal!
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Autor: Niklas Schaab
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